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Fehlerhafter
Sprachgebrauch im Immersionsunterricht ein weites
Feld!

Antonie Hornung
Zürich
Il testo tratta dei problemi di produzione linguistica incontrati
da studenti di lingua madre italiana in contesti di insegnamento
immersivo. Si mettono in rilievo gli errori che ostacolano la
comprensione, quali malintesi culturali, errori di fraseologia
ecc. Per la correzione in aula bilingue si propone una via di
mezzo che permetta di evitare il radicarsi degli errori linguistici
e, nel contempo, favorisca il discorso disciplinare. Questa riflessione
sulla didattica dellerrore in aula bilingue è vista
nel contesto delle più recenti ricerche sullacquisizione
delle lingue.
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1.
Fehlerangst blockiert
Wir alle müssen und wollen uns heute mehr denn je in mehreren
Sprachen fliessend und möglichst fehlerfrei ausdrücken.
Vielfach stehen dabei die mündlichen Kompetenzen im Vordergrund.
Doch auch die Fähigkeit, textsortenadäquate und kulturellen
Textmustern entsprechende schriftliche Produkte zu verfassen, wird
mehr und mehr von uns verlangt. Viele von uns aber kennen, wenn
sie sich in Situationen der Fremdsprachenproduktion befinden, jenes
unangenehme Gefühl, einen Fehler zu begehen und sich gegenüber
der Gesprächspartnerin als inkompetent zu erkennen geben zu
müssen, jene Situation des Schibboleth1, die an unserer Identität
kratzt, da sie uns der Einschätzung eines, wie wir oft auch
mit Grund annehmen, Kompetenteren schutzlos ausliefert. Dieses Angstverhalten,
eine Art Anti-Kommunikationskompetenz, die uns vielfach mehr behindert,
als zu sprachlichem Handeln animiert, greift tief ein in unseren
Gefühlshaushalt (Damasio 2005). Irgendwann im Verlauf unserer
Sozialisation und Enkulturation haben wir es gelernt.
2. Fehler im Immersionsunterricht
Der Immersionsunterricht versteht sich als eine didaktische Methode,
die die Entwicklung eben eines solchen Gefühls verhindern
möchte, und zwar zum einen, weil er die Kommunikation in
einer anderen als der in der Familie erworbenen Erstsprache im
Unterricht als selbstverständlich pflegt und damit, und dies
zum anderen, den Lernenden zu hohem Kompetenzniveau und folglich
grosser Sicherheit in der für sie fremden Sprache verhilft.
Dies ist die Theorie (vgl. die Beiträge von Brohy und Le
Pape-Racine in diesem Band), und die Praxis widerlegt sie nicht
eigentlich (vgl. die Beiträge von Charpié, Schwob
und Mero), wenngleich die Auswertung von Immersionsunterricht
vielfach darauf hinweist, dass, wie aufgrund des heute vorhandenen
Wissens über Spracherwerbsprozesse (vgl. z.B. Tomasello 2003)
nicht anders zu erwarten, die rezeptiven Kompetenzen der Lernenden
in einem derartigen Unterricht in wesentlich grösserem Umfang
gefördert werden als die produktiven (vgl. z.B. Tedick /
de Gotari / Glen 1998; Bukies 2005).
Inwieweit Sprachlernprozesse in fremden Sprachen nach den gleichen
Prozessregeln ablaufen wie der Erwerb der Erstsprache, ob es für
die jeweiligen Sprachen bestimmte Lernabfolgen gibt (vgl. zum
Erwerb des Deutschen durch französischsprachige Lernende
Diehl u.a. 2000) und welche Rolle didaktische Massnahmen dabei
spielen, ist von der Forschung noch zu wenig aufgearbeitet, als
dass sichere Folgerungen gezogen werden könnten. Sicher scheint
allerdings zu sein, dass nicht eine dem Gehirn eingebaute Universalgrammatik
allfällige Fehler des Kommunikationskontexts automatisch
relativiert, sondern dass die Qualität des Inputs, d.h. auch
die Korrektheit des Inputs, für den Erwerb jeder Sprache
eine entscheidende Rolle spielt. (z.B. Tomasello 2003, 5ff. und
9) Aus diesem Wissen ergeben sich wesentliche Folgerungen für
das sprachliche Handeln im Immersionsunterricht, die ich im Folgenden
skizzieren möchte. [...]
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