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Einführung

Vor neun Jahren erschien die erste und bisher einzige Babylonia-Nummer zu „Multimedia im Fremdsprachenunterricht“ (Babylonia 2/1998). Inzwischen sind neben den herkömmlichen Informationsmitteln auch die elektronischen und interaktiven Medien aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die junge Generation nutzt sie so intensiv, dass sich die Frage erhebt, wie gesteuertes und autonomes Lernen möglichst fruchtbar über die verschiedenen Medienwelten verteilt werden kann. Soll sich Sprachenlernen der Freizeitbeschäftigung mit Medien angleichen? Können Lernarrangements geschaffen werden, die nicht nur motivierend und unterhaltsam, sondern auch effektiv sind? Und wie verhält es sich mit der Autonomie der Lernenden, wenn sie gutgläubig im Internet surfen und sich durch alle möglichen Seiten klicken, deren Bildungswert nicht über alle Zweifel erhaben ist?
In Babylonia 2/98 hegten die Autoren und Autorinnen grosse Erwartungen und machten konstruktive Vorschläge, insbesondere für die Nutzung des Internet für offenes, partnerschaftliches Lernen, für die Auswahl sinnvoller Lernprogramme und für Konzepte, die die verschiedenen Zugänge miteinander integrieren. Die Beiträge zeigten faszinierende neue Möglichkeiten, waren aber auch geprägt von technischen Herausforderungen.
Die vorliegende Ausgabe richtet sich mehr an Fragen der Pädagogik und Didaktik aus und fragt nach konkreten Fortschritten bei der Nutzung von Medien für das Sprachenlernen. Was ist nicht nur technisch machbar, sondern auch lohnend und motivierend? Der einleitende Beitrag des Mitherausgebers Michael Langner diskutiert die Herausforderungen kritisch im Licht eines konstruktivistischen Verständnisses von Lernen und führt dabei einige zentrale Begriffe ein. Sein Postulat nach Artikulation und Selbstreflexion über eigene Lern- und Lösungsstrategien wird von weiteren Autoren aufgenommen. Dieter Kranz führt uns in die Welt des Blended Learning ein und zeigt einige Beispiele von attraktiven Lernumgebungen. Cornelia Gick legt ihr Augenmerk auf den methodisch-didaktischen Mehrwert, der den Aufwand für Lernplattformen rechtfertigt.
Die weiteren Beiträge widmen sich konkreten Produkten und Erfahrungen mit ihnen. Vom Chat über Dokumentarfilme und Lerngeschichten zeigt sich ein Reigen, der das Konzept von Sprachfertigkeiten sprengt und hybride Formen der Interaktion aufscheinen lässt, die unser Leben zu prägen beginnen. Multimodal klicken, verlinken, schreiben und rückmelden: so erfahren die Lernenden in Zukunft die Sprachen. Somit muss auch die Definition von Handlungsorientierung neu geschrieben werden. Gefragt sind aber nach wie vor Präsenz und Aufmerksamkeit, sowohl vor dem Bildschirm als auch im Klassenzimmer.


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Updated 17.08.07