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Einführung

Margrit Hagenow-Caprez
Bellinzona



Sprachen lernen findet nicht nur im Zusammenhang mit der schulischen und beruflichen Grundausbildung statt. Unzählige Leute lernen als Erwachsene eine zweite, dritte, vierte Sprache – weil sie sich aufgrund der Lebensumstände in einer anderssprachigen Umgebung behaupten müssen, weil die Berufstätigkeit mehr als nur die in der Schule erworbenen Sprachkenntnisse verlangt, zum Reisen oder um mit anderssprachigen Familienangehörigen und Bekannten zu kommunizieren.
Im schweizerischen Bildungssystem liegt die Verantwortung für die Weiterbildung weitgehend beim Einzelnen, insbesondere in den nicht strikt auf die Entwicklung der beruflichen Kernkompetenzen ausgerichteten Bereichen. Das hat zur Folge, dass ein Grossteil der Kurse von privaten Trägerschaften angeboten wird. Ein solches offenes System hat den Vorteil, dass das Angebot vor allem durch die Nachfrage gesteuert wird, also in der Regel stark auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden eingeht, sich sehr dynamisch entwickelt und auch im Bezug auf die Lernmethoden manchmal eine Vorreiterrolle übernimmt. Andererseits bestehen wenige formelle Vorgaben, was die Qualifikationen der Kursleitenden betrifft.
Die vorliegende Ausgabe von Babylonia versucht, einige Facetten des vielfältigen Lerngeschehens in der Erwachsenenbildung aufzuzeigen. Im Zentrum stehen die Anforderungen an die in diesem Bereich tätigen Lehrpersonen und die Frage nach Kompetenzprofilen und Ausbildungsstandards. Dabei wurde den Berichten aus der Praxis viel Platz eingeräumt, um die Heterogenität des Feldes und die unterschiedlichen Werdegänge der Sprachkursleitenden zu illustrieren.
Der thematische Teil des Hefts wurde von einer Gruppe von erfahrenen Ausbilder/innen von Sprachkursleitenden gestaltet. An dieser Stelle unseren herzlichen Dank an Marianne Egger, Danielle Rappan, Sabine Schüpbach und Guido Spielhofer.

 

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Updated 24.01.05