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Demokratie- und Didaktikprüfung
für die Sprachen?
Eine Entgegnung auf
Philippe Perrenoud 
Gianni Ghisla
Comano
Philippe Perrenoud si chiede, tra lironico e il provocatorio,
se una scuola che non è in grado di insegnare bene due
lingue ne debba necessariamente introdurre una terza. Lo fa con
unanalisi da cui trae le seguenti conclusioni:
lintroduzione di una terza lingua va sostanzialmente
a svantaggio degli allievi deboli provenienti dalle classi economicamente
e culturalmente meno abbienti. Essa è lespressione
di una politica fatta per le classi medie e tesa a stabilizzare
rapporti di forza e privilegi esistenti.
la scuola non dispone di fatto delle risorse necessarie
per insegnare bene e efficacemente una terza lingua. Il prezzo
da pagare sarebbe oltremodo spropositato.
molto più ragionevole sarebbe concentrare gli sforzi
sullinsegnamento delle competenze di base che sono vitali
per gli allievi con difficoltà e svantaggiati.
Dobbiamo dunque far fare gli esami di democrazia e di didattica
alle lingue, si chiede in risposta Gianni Ghisla? Si facciano.
Le osservazioni che se ne possono trarre sono interessanti da
diversi punti di vista. Intanto la questione delle lingue è
difficilmente abbordabile nei termini di una politica linguistica
classista, visto oltretutto che una politica linguistica in Svizzera
non sembra esistere. Che la politica di Zurigo e accoliti tesa
allinglese à tout prix sia populista
e rifletta gli interessi della classe media e delleconomia
sarà anche vero, ma applicare questo schema a tutta la
Svizzera significa non prendere atto dellesistenza di altri
orientamenti. Il problema è da porsi in termini di maggioranze
e minoranze: infatti perché le minoranze apprendono meglio
le lingue, in Svizzera come ovunque? Perché ovviamente
hanno (necessariamente) unaltra disponibilità e operano
in condizioni culturali ed economiche diverse.
Dunque lapprendimento delle lingue non deve necessariamente
sfavorire gli allievi deboli e svantaggiati. Molti esempi
si veda la pedagogia degli scambi o per progetti mostrano
come attraverso linsegnamento linguistico si possano favorire
proprio quei contatti umani e quelle aperture che altrimenti questi
allievi non potrebbero mai vivere, benché sia un loro diritto.
E proprio tali esperienze possono contribuire in modo incisivo
a sviluppare quelle competenze di base che giustamente Perrenoud
ritiene essenziali. In altri termini: la scuola può iniziare
a rivedere il proprio insegnamento delle lingue per renderlo più
vivo ed efficace. I mezzi e le idee cominciano ad esserci. Ma
per far questo deve cambiare rotta didattica e rinnovare le strutture:
non è più pensabile organizzare oggi degli apprendimenti
sensati con modalità e dentro strutture sostanzialmente
ottocentesche. E ancora: questi cambiamenti non riguardano ovviamente
solo le lingue. Ciò che urge è un ripensamento complessivo.
Le lingue lesame di democrazia e didattica lo passano, magari
non a pieni voti, ma lo passano. Il problema si pone ad un altro
livello.
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Wer einmal erlebt hat, wie junge Schülerinnen und Schüler,
die aufgrund ihrer Lern- und Anpassungsprobleme den schulischen
Alltag als ständiger Kampf ums (schulische) Überleben
empfinden, im Rahmen eines Schüleraustausches in einer anderen
Landesregion aufleben und den sprachlichen und kulturellen Zugang
zu einer anderen Welt als Aufwertung und Bestätigung erfahren,
der wird für die Argumentation von Philippe Perrenoud kaum
Verständnis finden. Es geht nicht darum, solche Austauscherfahrungen,
die ohnehin noch kaum wirklich Eingang in die Tradition der Volksschule
gefunden haben, zum Deus ex machina des Fremdsprachenunterrichts
emporzustilisieren, aber sie haben für mancherlei Aspekte
exemplarischen Charakter: Einmal zeigen sie auf, dass es didaktisch-organisatorische
Möglichkeiten gibt, um den etwas gar phantasielosen L2-Unterricht
anders zu gestalten und auf attraktivere Bahnen zu lenken. Sodann
erinnern sie uns daran, dass in diesem Land ein sprachlich-kulturelles
Kapital vorhanden ist, welches wesentlich zu einer für die
jungen Generationen wirklich bereichernde Erziehung und Bildung
beitragen könnte. Leider liegt es weitgehend brach, da es
auf allen Ebenen an Sensibilität und Entschlossenheit fehlt.
Die schweizerischen Sprachgemeinschaften haben sich in den letzten
Jahrzehnten mehr in biederer und selbstgefälliger Genugtuung
oder in kleinlichen, von den Medien geförderten Scharmützeln
à la Röstigraben geübt, statt sich
um die Ressourcen zu kümmern, die das Land anzubieten hat
und den positiven Zugang zu den anderen Regionen zu suchen. Die
Schule hat in diesen Jahren genau das getan, was von ihr erwartet
wurde: Sie folgte diesem Trend.
Kritische Argumente
Aber kehren wir zum Beitrag von Philippe Perrenoud zurück,
der zurecht Fragen stellt und Probleme aufwirft, die der Debatte
nur gut tun können. Perrenoud nimmt zur Kenntnis, dass man
in der Schweiz eine erhöhte Bedeutung der Sprachen anstrebt
und dies, wie auch vom Gesamtsprachenkonzept (Vgl. Babylonia,
4/1998) vorgeschlagen, u.a. mit der Einführung einer zweiten
Fremdsprache in der Volksschule umsetzen will. Natürlich
sei die Beherrschung von mehreren Sprachen ein legitimer Wunsch,
es stelle sich jedoch eindringlich die Frage, wie realistisch,
pädagogisch sinnvoll und politisch-kulturell wünschenswert
dies sein könne. Perrenoud argumentiert kritisch auf drei
Ebenen:
Erstens führe die Einführung einer zweiten Fremdsprache
zur Benachteiligung der schwachen Schülerinnen und Schüler,
die aus kulturell und ökonomisch minderbemittelten Schichten
stammen. Demzufolge ist eine Sprachpolitik, welche die Mehrsprachigkeit
mit dem Erlernen von mehreren Sprachen in der Schule - an sich
elitär -, und auf die Stabilisierung bestehender Machtverhältnisse
und Privilegien ausgerichtet.
Zweitens sei es eine Illusion, von der Schule die Einführung
einer dritten Fremdsprache zu verlangen, wenn es ihr offensichtlich
nicht gelingt, das Erlernen einer zweiten in zufriedenstellender
Weise zu garantieren. Die Schule verfüge nicht über
die notwendigen Voraussetzungen, um Sprachenlernen effizient zu
ermöglichen.
Drittens sei es vernünftiger, auf die Einführung
einer zweiten Fremdsprache zu verzichten, damit man sich auf die
wesentliche Aufgabe der Volksschule konzentrieren könne,
nämlich die Einübung von Basiskompetenzen, die insbesondere
den Kindern aus benachteiligten Verhältnissen zugute kommen
können.
Perrenoud versucht also zuerst mit dem sozio-ökonomischen
Modell der Klassengesellschaft als theoretischer Bezugsrahmen,
Klarheit über die Realität der Schule und über
ihre Reproduktionsfunktion bestehender Verhältnisse zu schaffen.
Ob post-industrielle und post-moderne Realitäten noch mit
diesem theoretischen Konstrukt sinnvoll eingefangen, interpretiert
und verstanden werden können, sei zumindest in Frage gestellt.
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